Richard Trüb

geboren am 20. Mai 1932 in Konstanz
gestorben am 25. Januar 2018 in Konstanz

Am 20. Mai 1932  wurde Richard Trüb als zweites Kind einer alleinerziehenden Mutter geboren. Anna Trüb war zwar verheiratet, der Vater glänzte aber durch ständige Abwesenheit und sie war gezwungen sich und ihre Kinder als Arbeiterin in der Stoff-Fabrik Herose durchzubringen. So war der kleine Richard schon früh auf sich allein gestellt, was in den entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren sicher nicht immer einfach war. Schon als kleiner Junge, so erzählte er uns einmal, habe er beschlossen, das werde er in seinem Leben anders machen, seine Kinder sollen es mal besser haben.

Noch sehr jung lernte der smarte Richard aus der Salmannsweilergasse, die nette Christel vom Schnetztor, kennen und lieben. Am 19. März 1955 haben die beiden geheiratet. Aus fester Überzeugung stand er in allen Lebenslagen hinter seiner Christel und hat sie – „aus Prinzip“ – wie einen Goldschatz gehütet und gegen alles und jeden verteidigt.

Am 13. Juli 1962 erblickte dann die Tochter Gabi das Licht der Welt und drei Jahre später am 28. April 1965 war mit Sohn Bernhard die Familie komplett.
Genau wie für seine Frau war unser Vater für uns Kinder immer der Fels in der Brandung. Ruhig, überlegt und verständnisvoll stand er uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Richard war kein Mann großer Worte, aber wenn er sich zu Wort meldete, dann hatte er was zu sagen. Er war ein überzeugter Sozialdemokrat und Gewerkschafter. Teilen zu können, war für ihn keine fromme Tugend, sondern eine Selbstverständlichkeit. Er interessierte sich für Politik und fürs Weltgeschehen. „seid jetzt ruhig, jetzt kommen die Nachrichten!“ bekamen Kinder sowie Ehefrau des Öfteren zu hören. Bei politischen Veranstaltungen oder Vorträgen hier in Konstanz war er ein aufmerksamer Zuhörer. „Meinungsbildung ist schließlich wichtig!“

Seine Freizeit hat er am liebsten im Kreise seiner Familie in der Natur verbracht, Wanderungen in den Bergen, eine Kanutour mit dem selbstgebauten Holzpaddelboot oder zumindest ein Waldspaziergang waren am Wochenende angesagt. Ganz oft dabei waren Schwägerin Hannelore und Schwager Kurt, zusammen mit ihnen und ihren beiden Kindern Uta und Claudia. Auch die meisten Urlaube wurden von den beiden Familien gemeinsam geplant.

Seine Arbeit hat er immer sehr ernst genommen. Als Feinmechanikermeister war er als Leiter der Lehrwerkstatt in der Firma Eaton tätig. Seine „Lehrbuebe“ waren im wirklich wichtig. Jahrzehnte lang fuhr er mit der Fähre erst nach Meersburg und später dann weiter nach Markdorf zur Arbeit.

Mit 60 Jahren wurde er pensioniert aber mit Enkel Richi hatte er gleich eine neue Aufgabe gefunden. Opa zu sein war sein großes Glück und sehr gerne hat er „s’Buele“ vom Kindergarten abgeholt und so manches spannende mit ihm unternommen.

Im späteren Alter setzte bei ihm dann eine Altersdemenz ein. Anfangs ganz langsam, dann doch immer schneller hat sein Kurzzeitgedächtnis ihn verlassen und gleichzeitig wurde er immer stiller. Die Unsicherheit, alles zum x-ten Mal zu fragen machte ihm anfangs sehr zu schaffen. Später hatte er sich damit arrangiert. Auf die Frage, ob er sich denn sicher sein könne, ob das immer so stimmt, wie wir es ihm erzählen – was ja sicher ein Problem darstellt, wenn man sich selber nicht erinnern kann – sagte er:
„woll, woll! Wenn nicht auf euch, worauf soll ich mich denn sonst verlassen“.

Sein letztes Jahr war wohl mit Abstand das schlimmste seines Lebens. Unser immer fröhlicher Papa hatte eine wirkliche Pechsträhne. Im Juni brach er sich den Oberschenkel und landete im Krankenhaus und musste operiert werden. Statt in die Reha wurde er viel zu früh nach Hause entlassen, dort lag er entweder hilflos in seinem Bett oder saß eingesperrt in einem Rollstuhl und starrte reglos vor sich hin. Eine wirklich schlimme Zeit! Es ging fast bis zum Herbst, bis er sich einigermaßen davon erholt hatte und wieder laufen und lachen konnte. Zwei junge Krankengymnasten und regelmäßiges Training und sein eiserner Willebrachten den Durchbruch. Eigentlich war er auf einem guten Weg aber dann stürzte er in der Küche und fiel mit dem Kopf gegen den Türrahmen. Platzwunde – wieder Krankenhaus.
Aber es kam noch viel schlimmer: als die Wunde genäht war, wurde er vorsorglich geröntgt und dabei kam raus, dass er sich den 7. Halswirbel gebrochen hatte.
Laut der Experten war die nächste OP unvermeidlich, ansonsten lande er im Rollstuhl… eine Entscheidung von der niemand weiß, ob sie die richtige war. Rollstühle sind bequeme Fortbewegungsmittel, gegen das, was der arme Richard durchmachen musste. Auch nach dieser OP ging’s irgendwann wieder direkt nach Hause, wieder bettlägerig, wieder 3 x am Tag ständig wechselnde Pflegedienstdamen und statt besser wurde es dieses Mal immer nur schlimmer. 2 Wochen später kam er dann wieder zurück ins Krankenhaus, die Wunde hatte sich entzündet. Ein resistenter Krankenhauskeim. Wieder OP, wieder Schläuche, wieder Katheter und das ging wochenlang so weiter. Auf die eine folgte die nächste und die übernächste OP zwischendrin plötzlich Atemnot und Wasser auf der Lunge, die wurde punktiert, wieder Narkose - aber irgendwann war ein Antibiotikum gefunden, das anschlug. Ganz langsam ging’s aufwärts. Er konnte wieder selber essen und wir hatten Hoffnung, dass er es auch dieses Mal wieder schaffen könnte.

Am frühen Morgen des 25. Januar 18 ist er dann friedlich eingeschlafen. Er war zu schwach und das, was er noch vom Leben zu erwarten hätte, war ihm wohl zu beschwerlich geworden.

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Berni
entzündete diese Kerze am 10. Februar 2018 um 9.50 Uhr

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